Das iPad doch nur Großer iPod touch?

geschrieben von Michael am 29. January 2010

Apple hat auf seiner Keynote – wie nicht anders zu erwarten – sein neues, revolutionäres Produkt, das iPad, vorgestellt. Es soll die Lücke zwischen iPhone und MacBook schließen und wird daher von Steve Jobs als bisher revolutionärstes Produkt in der Geschichte von Apple angepriesen. Doch wie sieht es hinter den Kullissen aus? Ist das iPad wirklich so besonders oder vielleicht doch nicht?

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Wir haben uns lange überlegt, ob das Thema einen Artikel wert ist, denn nach der Keynote sitzt die Enttäuschung doch sehr tief in den Knochen. Es fehlen viele Dinge, die heutzutage eigentlich Standard sind – auch bei verschiedenen Apple-Produkten – oder zumindest sein sollten?

Die Technischen Daten sind schnell aufgezählt und haben in diesem Artikel daher auch nicht die größte Bedeutung. Vielmehr ist es interessant die Frage zu klären, warum das iPad so revolutionär sein soll.

  • zwei Grundsätzliche Varianten. Eine nur mit Wi-Fi und die zweite mit Wi-Fi und 3G (Micro-Simcard)
  • keine Vertragsbindung, sondern per Prepaid
  • 1 GHz Prozessor (Eigenproduktion von Apple)
  • 9,7″ LED-Display mit einer Auflösung von 1024 x 768 Pixel
  • in den Speicher-Größen von 16 Gb ab $499 bis 64 GB ab $699 verfügbar
  • Gewicht zwischen 0.68 kg (Wi-Fi-Model) und 0.73 kg (Wi-Fi + 3G-Model)
  • bis zu 10 Stunden Akkulaufzeit
  • zum Start in den USA bereits iBooks vorhanden

Sehr viele andere Magazine haben in ihren Artikeln geschrieben, dass es Tablets schon seit Jahren – seit ca. 2002 – auf dem Markt gibt. Das ist wahr und allein aus diesem Grund kann man das iPad nicht mehr als Revolution der Tablets bezeichnen. Was sich zu früheren Produkten geändert hat, ist klar die Technik der Geräte, aber vielmehr sind diese heute finanzierbar.

Wer braucht das iPad oder besser gesagt was rechtfertigt den Kauf? Gerade diese Frage werden sich viele Besitzer  eines iPhone und MacBook  stellen und zwar berechtigt! Wer mal eben schnell vom Sofa aus übers Internet sehen möchte, was das abendliche Fernsehprogramm hergibt, der wird doch viel eher sein iPhone aus der Tasche holen und über die bereits installierte App schauen was das Programm heute bietet?

Angenommen man möchte eben schnell eines seiner Pages- oder Numbers-Dokumente bearbeiten. Woher nehmen, wenn nicht stehlen? Der Großteil der User wird solche Dokumente auf dem heimischen Mac bereits erstellt haben. Sicherlich lässt sich das auch über die für das iPad angepasste Version von iWork erledigen, aber sobald das Dokument fertig ist, stellt sich die Frage: “Wie bekomme ich mein Dokument nun auf Papier oder meinen Mac?” Im Moment gibt es dazu keine Informationen, aber es wird sicher auf einen Synchronistation oder ähnliches rauslaufen. Wahrscheinlich braucht man dazu extra noch ein Abo von Mobile me, welches 80 Euro im Jahr kostet.

Es zeigt sich sehr deutlich, dass das iPad noch viele Frage birgt und sicherlich auch bei weitem noch nicht ausgereift ist. Apple wird noch einiges entwickeln müssen, damit das Dasein eines iPads gerechtfertigt wird.

Technik-aversierte Benutzer interessieren sich sicher dafür, warum Apple kein “richtiges” Betriebssystem auf dem iPad installiert hat. Es gibt kein Multitasking, damit man mehrere Apps gleichzeitig ausführen kann. Eine integrierte Kamera für Videotelefonie fehlt ebenfalls. Es gibt durchaus viele Punkte, die auch aus technischer Sicht bei weitem noch nicht ausgereift sind und einer Anpassung bedürfen.

Eines hat Apple aber jetzt schon geschafft. Es wird diskutiert und das schon in einem fast hysterischen Ausmaß. Jeder möchte eben etwas vom Kuchen abhaben.

Zum Schluss aber trotzdem noch das offizielle iPad-Promovideo von Scott Forstall.

in Apple, iPad

1 Kommentar
  1. Markus schrieb am 02. February 2010 | permalink

    Ich bin – wie alle – etwas ernüchtert über die offensichtlichen Mankos (allen voran Kamera … duh!), aber es wird sich wie schon bei iPod und iPhone erst mit dem Content- und App-Angebot zeigen, was die Leute damit anstellen (können/dürfen). Im Vormärz der aus WLAN und Z-Wave „selbstgebastelten“ Home Automation könnte das iPad z.B. eine formidable Alternative zu hochpreisigen Touchpads von Crestron & Co. (alle im vierstelligen Bereich und ohne Zusatznutzen wie Surfen etc.) darstellen. Auch meine heissgeliebte iPhone-Universal-Remote iRed Touch könnte von mehr Screen Real Estate profitieren. Mal sehen …

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